Die gute Nachricht vorweg: Ja, du kannst deine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nachträglich anpassen! Es ist sogar ratsam, das regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu tun. Dein Leben verändert sich, und deine BU sollte das widerspiegeln. Es geht darum, dass dein Schutz immer optimal zu deiner aktuellen Lebenssituation passt – weder über- noch unterversichert zu sein. Lass uns mal schauen, wie du das am besten anstellst.
1. Warum überhaupt anpassen? Dein Leben ist kein Stillstand
Stell dir vor, du hast deine BU vor zehn Jahren abgeschlossen. Damals warst du vielleicht Single, hast in einer Mietwohnung gelebt und dein Einkommen war ein anderes. Heute sieht die Welt vielleicht ganz anders aus: Du hast geheiratet, Kinder bekommen, ein Haus gebaut und verdienst deutlich mehr. Deine ursprüngliche BU würde in diesem Szenario wahrscheinlich nicht mehr ausreichen, um deinen Lebensstandard im Fall der Fälle zu halten. Oder umgekehrt: Dein Einkommen ist gesunken, und du zahlst für einen Schutz, den du nicht mehr brauchst oder dir nicht mehr leisten kannst.
1.1 Lebensereignisse als Anpassungs-Trigger
Es gibt bestimmte Ereignisse in deinem Leben, die fast immer einen Blick auf deine BU rechtfertigen. Das sind typische Anlässe, die deine finanzielle Situation oder deine Verantwortung ändern:
- Heirat oder Partnerschaft: Wenn du plötzlich nicht mehr alleine, sondern zu zweit planst, ändern sich die finanziellen Abhängigkeiten.
- Geburt eines Kindes: Mit Kindern steigt die Verantwortung enorm. Dein Einkommen ist nicht mehr nur für dich, sondern für eine ganze Familie wichtig.
- Hauskauf oder Baufinanzierung: Eine Immobilienfinanzierung ist eine langfristige Verpflichtung. Deine BU sollte hoch genug sein, um diese Raten im Ernstfall weiterhin decken zu können.
- Deutliche Gehaltserhöhung oder Jobwechsel: Wenn dein Einkommen steigt, solltest du auch deinen BU-Schutz anpassen, um deinen aktuellen Lebensstandard abzusichern.
- Selbstständigkeit: Als Selbstständiger bist du oft noch stärker auf dein Einkommen angewiesen und hast in der Regel keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
- Umschulung oder Studium: Ein neuer beruflicher Weg kann auch eine Neubewertung deines Risikos bedeuten.
- Scheidung: Auch wenn es traurig ist, eine Scheidung kann deine finanzielle Situation massiv beeinflussen, besonders wenn Unterhaltszahlungen im Spiel sind.
1.2 Inflation und Kaufkraftverlust
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Inflation. Deine BU-Rente, die du vor 20 Jahren abgeschlossen hast, hat heute eine deutlich geringere Kaufkraft. Wenn du keine dynamische Anpassung (oft „Dynamik“ genannt) in deinem Vertrag hast, verliert deine Rente über die Jahre an Wert. Das ist ein schleichender Prozess, der aber langfristig große Auswirkungen hat. Eine Anpassung kann hier bedeuten, die Rentenhöhe regelmäßig zu erhöhen, um diesen Kaufkraftverlust auszugleichen.
Wenn du darüber nachdenkst, wie du deine Berufsunfähigkeitsversicherung nachträglich anpassen kannst, könnte es hilfreich sein, auch über die unsichtbaren Fortschritte in deinem Leben nachzudenken. In einem Artikel wird erläutert, wie man mit Herausforderungen umgeht, die nicht sofort sichtbar sind, und wie wichtig es ist, sich auf die eigenen Fortschritte zu konzentrieren. Dies kann dir helfen, deine Bedürfnisse besser zu verstehen und gegebenenfalls Anpassungen an deiner Versicherung vorzunehmen.
2. Die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten verstehen

Es gibt nicht die eine Methode, deine BU anzupassen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und hängen stark von deinem bestehenden Vertrag und den Bedingungen deines Versicherers ab. Grundsätzlich lassen sich die Anpassungen in solche unterteilen, die du ohne erneute Gesundheitsprüfung vornehmen kannst, und solche, die eine neue Prüfung erfordern.
2.1 Anpassungen ohne erneute Gesundheitsprüfung: Deine Joker
Das sind die Königsdisziplin der Anpassungsmöglichkeiten, da du hier keine Angst vor einer Verschlechterung deines Gesundheitszustandes haben musst, die zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen könnte.
- Die garantierte Rentenerhöhung (Nachversicherungsgarantie): Dies ist eine der wichtigsten Klauseln in einer guten BU. Sie erlaubt dir, deine BU-Rente bei bestimmten Lebensereignissen (siehe oben) oder nach einer bestimmten Laufzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Die Höhe der möglichen Erhöhung ist meist prozentual auf einen Maximalbetrag oder eine absolute Summe begrenzt. Achte darauf, dass diese Klausel großzügig gestaltet ist und möglichst viele Anlässe abdeckt.
- Was ist zu tun? Du musst aktiv werden und die Erhöhung beantragen, sobald ein passendes Lebensereignis eintritt oder die vertraglich festgelegte Frist erreicht ist. Meist hast du ein Fenster von 3 bis 6 Monaten nach dem Ereignis.
- Worauf achten? Prüfe, welche Ereignisse in deinem Vertrag abgedeckt sind und wie hoch die maximale Erhöhung ist. Manchmal gibt es auch eine maximale Gesamthöhe, bis zu der du die Rente ohne Prüfung steigern kannst.
- Die Dynamik (regelmäßige Rentenanpassung): Dies ist eine vorab vereinbarte jährliche Erhöhung deiner BU-Rente (und damit auch deines Beitrags) um einen bestimmten Prozentsatz (z.B. 3% oder 5%). Der Sinn dahinter ist, dem Kaufkraftverlust durch Inflation entgegenzuwirken.
- Was ist zu tun? Die Dynamik wird in der Regel automatisch aktiviert, wenn du sie bei Vertragsabschluss gewählt hast. Du erhältst dann jährlich ein Angebot deines Versicherers.
- Worauf achten? Du hast meistens das Recht, der Dynamik zu widersprechen. Tust du das mehrfach hintereinander (oft 2-3 Mal), kann der Versicherer das Recht zur Dynamik aussetzen oder ganz entziehen. Überlege dir gut, ob du widersprichst, denn einmal verzichtet, ist die Dynamik schwer wieder zu aktivieren.
- Die garantierte Leistungsdynamik (erhöhte Rente im Leistungsfall): Hierbei handelt es sich nicht um eine Anpassung der heutigen Rente, sondern um eine Klausel, die sicherstellt, dass die ausgezahlte BU-Rente, wenn du berufsunfähig wirst, in Zukunft steigt. Das schützt dich auch nach Eintritt des Leistungsfalls vor Inflation.
- Was ist zu tun? Diese Option musst du in der Regel bei Vertragsabschluss wählen und in deinem Vertrag verankert haben. Eine nachträgliche Hinzunahme ist oft nur mit Gesundheitsprüfung möglich.
- Worauf achten? Wenn du diese Option noch nicht hast, überlege bei einer kompletten Neuverhandlung oder einer tiefgreifenden Anpassung, sie hinzuzufügen.
2.2 Anpassungen mit erneuter Gesundheitsprüfung: Der Weg für größere Sprünge
Manchmal reichen die Möglichkeiten ohne Gesundheitsprüfung nicht aus, oder du hast keine Nachversicherungsgarantie in deinem Vertrag. Dann kann es notwendig sein, eine erneute Gesundheitsprüfung in Kauf zu nehmen.
- Erhöhung der BU-Rente über die Nachversicherungsgarantie hinaus: Wenn dein Bedarf stark gestiegen ist und deine Nachversicherungsgarantie nicht mehr ausreicht, um die gewünschte Rentenhöhe zu erreichen, kannst du versuchen, die Rente zusätzlich zu erhöhen. Dies wird dann als separate Erhöhung behandelt und erfordert eine neue Gesundheitsprüfung.
- Änderung des Endalters: Vielleicht hast du deine BU ursprünglich nur bis 60 oder 63 Jahre abgeschlossen, planst aber, länger zu arbeiten (z.B. bis zum Renteneintrittsalter von 67). Eine Verlängerung des Endalters ist oft nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich, da das Risiko für den Versicherer mit steigendem Alter zunimmt.
- Hinzufügen von Bausteinen (z.B. AU-Klausel, Pflegeoption): Möchtest du zusätzliche Leistungen zu deinem Vertrag hinzufügen, die du bei Abschluss noch nicht hattest (z.B. eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, die auch bei längerer Krankschreibung ohne BU-Status zahlt, oder eine Option für eine spätere Pflegeabsicherung), erfordert dies in der Regel eine Gesundheitsprüfung.
- Komplette Neuabschlüsse: Wenn dein Vertrag sehr alt ist, schlechte Bedingungen hat (z.B. keine Nachversicherungsgarantie, abstrakte Verweisung, schlechte Definition der Berufsunfähigkeit) oder du einen gänzlich anderen Beruf ausübst, kann ein kompletter Neuabschluss sinnvoller sein als eine Anpassung. Hierbei wird natürlich der gesamte Vertrag neu bewertet, inklusive einer umfassenden Gesundheitsprüfung.
3. Dein Prozess zur Anpassung: Schritt für Schritt

Denke daran, dass Anpassungen nicht von alleine passieren. Du musst aktiv werden. Hier ist ein pragmatischer Leitfaden, wie du vorgehen kannst.
3.1 Schritt 1: Bedarfsanalyse – Was brauchst du wirklich?
Bevor du überhaupt Kontakt zu deinem Versicherer aufnimmst, solltest du Klarheit über deinen aktuellen Bedarf schaffen.
- Dein aktuelles Nettoeinkommen: Wie viel verdienst du aktuell nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben?
- Deine monatlichen Fixkosten: Miete/Kreditrate, Nebenkosten, Versicherungen, Internet, Telefon, Mobilität, Lebensmittel, Kinderbetreuung etc.
- Zusätzliche Ausgaben: Hobbys, Urlaub, Sparen, Altersvorsorge.
- Deine finanziellen Verpflichtungen: Baufinanzierung, Unterhaltszahlungen, andere Darlehen.
- Dein Lebensstandard: Welchen Lebensstandard möchtest du im Falle einer Berufsunfähigkeit mindestens halten können?
- Andere Einkünfte im BU-Fall: Hast du eine private Altersvorsorge, die im BU-Fall weiterläuft? Oder eine Erwerbsminderungsrente vom Staat (die aber meist sehr gering ist und an strenge Kriterien geknüpft)?
Aus diesen Überlegungen kannst du ableiten, welche BU-Rente du heute tatsächlich benötigst. Viele Experten empfehlen, 70-80% deines aktuellen Nettoeinkommens abzusichern. Bedenke dabei aber auch deine Fixkosten. Eine gute Faustregel ist, dass du deine Fixkosten im BU-Fall auf jeden Fall decken können solltest.
3.2 Schritt 2: Vertragsprüfung – Was hast du?
Nimm deinen aktuellen BU-Vertrag zur Hand. Es ist wichtig, die genauen Bedingungen zu kennen.
- Nachversicherungsgarantie: Gibt es eine und unter welchen Bedingungen? Welche Ereignisse sind abgedeckt? Wie hoch ist die maximale Erhöhung?
- Dynamik: Hast du eine Dynamik im Vertrag? Wie oft darfst du widersprechen, ohne sie zu verlieren?
- Endalter: Bis zu welchem Alter bist du versichert?
- Definition der Berufsunfähigkeit: Enthält dein Vertrag die „abstrakte Verweisung“ (sehr schlecht!) oder die „konkrete Verweisung“ (Standard)? Ideal ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung.
- Berufsgruppe: Hat sich deine Berufsgruppe geändert (z.B. vom Handwerker zum Bürojob)? Dies könnte bei einer Neuverhandlung relevant sein.
- Zusätzliche Optionen: Hast du eine AU-Klausel oder andere nützliche Features?
Wenn du dir bei den Klauseln unsicher bist, scheue dich nicht, einen unabhängigen Versicherungsmakler oder Honorarberater zu Rate zu ziehen. Das ist oft gut investiertes Geld.
3.3 Schritt 3: Die Kontaktaufnahme – Dein Versicherer oder Makler
Mit deinen gesammelten Informationen kannst du jetzt den nächsten Schritt gehen.
- Wenn du einen Makler hast: Kontaktiere deinen Makler. Er ist dein erster Ansprechpartner, kennt deine Situation und deinen Vertrag am besten und kann die Kommunikation mit dem Versicherer für dich übernehmen. Das spart dir Zeit und Nerven.
- Wenn du direkt beim Versicherer bist: Wende dich an den Kundenservice deines Versicherers. Erkläre dein Anliegen und welche Anpassungen du dir vorstellst. Du kannst direkt fragen, welche Optionen dir auf Basis deines Vertrages zur Verfügung stehen.
3.4 Schritt 4: Angebote einholen und vergleichen
Egal, ob über Makler oder direkt: Lass dir konkrete Angebote für die gewünschten Anpassungen erstellen.
- Anpassung über Nachversicherungsgarantie/Dynamik: Hier erhältst du direkt die neuen Beitrags- und Leistungsdaten.
- Anpassung mit Gesundheitsprüfung / Neuabschluss: Hier wirst du wahrscheinlich einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen müssen. Sei hier unbedingt ehrlich und vollständig. Jede unvollständige oder falsche Angabe kann im Leistungsfall teuer werden. Dein Versicherer wird dann auf Basis der neuen Daten ein Angebot erstellen. Vergleiche dieses Angebot genau. Sind die Bedingungen weiterhin gut? Wie ist der Preis im Vergleich zu eventuellen Alternativen?
3.5 Schritt 5: Entscheidung und Umsetzung
Wenn du ein passendes Angebot vorliegen hast, triff deine Entscheidung.
- Annehmen: Wenn das Angebot deinen Vorstellungen entspricht und finanziell tragbar ist, nimm es an und lass die Anpassung vornehmen. Du erhältst dann eine Bestätigung deines Versicherers.
- Ablehnen/Nachverhandeln: Wenn das Angebot nicht passt oder zu teuer ist, kannst du es ablehnen. Bei einer Gesundheitsprüfung mit Zuschlägen oder Ausschlüssen kannst du versuchen, diese zu verhandeln. Manchmal hilft ein „Risikovoranfragen“-Prozess, bei dem dein Makler anonym bei verschiedenen Versicherern anfragt, ob und zu welchen Konditionen sie dich versichern würden.
- Neuabschluss prüfen: Sollten die Bedingungen deines bestehenden Vertrages veraltet sein, die Anpassungsmöglichkeiten begrenzt oder das neue Angebot mit Gesundheitsprüfung zu teuer, solltest du ernsthaft über einen Neuabschluss nachdenken. Aber Vorsicht: Kündige niemals deinen alten Vertrag, bevor der neue rechtskräftig ist!
4. Häufige Stolperfallen bei der Anpassung
Auch wenn die Anpassung deiner BU wichtig ist, gibt es ein paar Dinge, bei denen du aufpassen solltest, damit du nicht in eine Falle tappst.
4.1 Die Gesundheitsfragen: Sei ehrlich, immer!
Das ist der absolut kritischste Punkt. Bei jeder Anpassung, die eine Gesundheitsprüfung erfordert, und natürlich bei einem Neuabschluss, musst du Fragen zu deiner Gesundheit beantworten.
- Falle: Wenn du Vorerkrankungen verschweigst oder ungenaue Angaben machst, kann der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigern. Das wäre der Super-GAU.
- Tipp: Nimm dir ausreichend Zeit. Ziehe gegebenenfalls deinen Hausarzt hinzu, um deine Krankenakte zu überprüfen und keine Details zu vergessen. Auch kleinere Wehwehchen von vor Jahren können relevant sein. Lieber zu viel als zu wenig angeben. Ein guter Makler kann dir auch hier helfen, die Fragen richtig zu interpretieren und formulierungsfreundlich zu beantworten, ohne zu täuschen.
4.2 Die Abstrakte Verweisung: Ein Killer in alten Verträgen
Gerade in älteren Verträgen findet sich manchmal noch die Klausel der „abstrakten Verweisung“.
- Falle: Diese Klausel erlaubt es dem Versicherer, dich auf jeden anderen Beruf zu verweisen, den du aufgrund deiner Ausbildung und Fähigkeiten theoretisch noch ausüben könntest – selbst wenn du diesen Beruf niemals tatsächlich ausgeübt hast und er deutlich unter deinem bisherigen Lebensstandard liegt. Du bist dann nicht berufsunfähig im Sinne des Vertrages.
- Tipp: Wenn dein Vertrag diese Klausel enthält, ist ein Neuabschluss bei einem Anbieter ohne abstrakte Verweisung fast immer die bessere Option, selbst wenn du dafür eine neue Gesundheitsprüfung in Kauf nehmen musst. Moderne Verträge verzichten auf diese Klausel.
4.3 Die Fristen der Nachversicherungsgarantie
- Falle: Du hast geheiratet oder ein Kind bekommen und freust dich über die Nachversicherungsgarantie – vergisst aber, innerhalb der vertraglich festgelegten Frist (oft 3 oder 6 Monate) die Erhöhung zu beantragen. Dann verfällt dein Recht zur Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung.
- Tipp: Markiere dir solche wichtigen Lebensereignisse sofort im Kalender und reagiere proaktiv.
4.4 Die Dynamik: Abwählen mit Bedacht
- Falle: Du widersprichst der Dynamik, weil du den höheren Beitrag nicht zahlen möchtest. Wenn du das aber zu oft machst (oft zweimal hintereinander), kann der Versicherer die Dynamik komplett aussetzen. Dann verlierst du die Möglichkeit, deine Rente später ohne Gesundheitsprüfung an die Inflation anzupassen.
- Tipp: Widersprich der Dynamik nur, wenn es absolut notwendig ist. Ist der Grund nur eine kurzfristige finanzielle Engstelle, überlege, ob es sich wirklich lohnt, langfristig auf diesen wertvollen Inflationsschutz zu verzichten. Die Anpassung der Dynamik ist meist die einfachste und kostengünstigste Form der Anpassung.
4.5 Den alten Vertrag kündigen, bevor der neue steht
- Falle: Du entscheidest dich für einen Neuabschluss, weil du bessere Konditionen oder eine höhere Rente möchtest, kündigst den alten Vertrag und stellst dann fest, dass der neue Versicherer dich aufgrund einer neuen Erkrankung nicht oder nur zu sehr schlechten Konditionen nimmt. Dann stehst du ohne BU-Schutz da.
- Tipp: Schließe den neuen Vertrag immer erst ab und warte auf die endgültige Bestätigung des Versicherers, bevor du deinen alten Vertrag kündigst. Eine Kündigung ist meist erst zum Jahresende oder zu anderen Stichtagen möglich.
Wenn du darüber nachdenkst, wie du deine Berufsunfähigkeitsversicherung nachträglich anpassen kannst, ist es wichtig, auch andere Aspekte deiner Versicherungen im Blick zu behalten. Ein interessanter Artikel, der dir dabei helfen kann, ist was bei Flachdächern besonders zu beachten ist. Dort findest du wertvolle Informationen, die dir helfen, deine Versicherungsentscheidungen besser zu verstehen und eventuell auch deine Berufsunfähigkeitsversicherung entsprechend anzupassen.
5. Wann ein komplett neuer Vertrag sinnvoller ist
| Aspekt | Beschreibung | Tipps für die Anpassung |
|---|---|---|
| Versicherungsumfang | Leistungsumfang der Berufsunfähigkeitsversicherung, z.B. monatliche Rente, Laufzeit | Überprüfe, ob die aktuelle Rente noch ausreicht und passe sie bei Bedarf an |
| Gesundheitsprüfung | Erforderlich bei Nachversicherung oder Erhöhung der Versicherungssumme | Bereite dich auf eine erneute Gesundheitsprüfung vor und gib alle Angaben wahrheitsgemäß an |
| Nachversicherungsgarantie | Möglichkeit, Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen | Nutze diese Option bei bestimmten Ereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung |
| Vertragsänderungen | Änderungen im Vertrag, z.B. Anpassung der Laufzeit oder der Bedingungen | Kontaktiere deinen Versicherer und frage nach den Möglichkeiten und Kosten für Anpassungen |
| Kosten | Beitragserhöhung durch Anpassungen oder Erhöhungen der Versicherungssumme | Vergleiche die Mehrkosten mit dem Nutzen und entscheide, ob sich die Anpassung lohnt |
| Fristen | Zeitliche Begrenzungen für Nachversicherung oder Vertragsänderungen | Achte auf Fristen, z.B. innerhalb von 3 Monaten nach einem Ereignis die Anpassung zu beantragen |
Manchmal ist es besser, einen Schlussstrich zu ziehen und einen ganz neuen BU-Vertrag abzuschließen, anstatt den alten krampfhaft anzupassen. Das ist oft der Fall, wenn:
- Dein alter Vertrag hat miserable Bedingungen: Wenn die Definition der Berufsunfähigkeit schlecht ist (z.B. mit abstrakter Verweisung), die Nachversicherungsgarantie sehr eingeschränkt oder gar nicht vorhanden ist, oder das Endalter zu niedrig ist und nicht anpassbar.
- Du hast den Beruf gewechselt und bist jetzt in einer besseren Risikogruppe: Wenn du früher einen risikoreichen Job hattest (z.B. Handwerker) und jetzt einen reinen Bürojob machst, könntest du von günstigeren Beiträgen profitieren. Eine Anpassung des alten Vertrages berücksichtigt das oft nicht ausreichend.
- Dein Gesundheitszustand hat sich verbessert: Auch wenn das seltener der Fall ist, aber wenn du zum Beispiel eine schwere Erkrankung überstanden hast und jetzt als geheilt giltst, könnte eine neue Gesundheitsprüfung zu besseren Konditionen führen. Dies sollte man aber sehr vorsichtig angehen, da das Risiko, dass neue Probleme auftreten, meist höher ist.
- Der alte Vertrag ist einfach zu teuer für die Leistung: Manchmal sind alte Tarife im Vergleich zu aktuellen Angeboten einfach überteuert oder bieten weniger Leistung für den gleichen Preis.
- Du möchtest eine viel höhere Rente als der alte Vertrag zulässt: Wenn deine Lebenssituation eine drastische Erhöhung der BU-Rente erfordert, die durch die Nachversicherungsgarantie nicht abgedeckt ist und eine Einzel-Erhöhung mit Gesundheitsprüfung zu unattraktiven Konditionen führt.
Ein Neuabschluss bedeutet zwar den Aufwand einer erneuten Gesundheitsprüfung, aber er kann dir langfristig eine deutlich bessere Absicherung zu faireren Konditionen verschaffen. Wäge hier die Vor- und Nachteile sorgfältig ab und lass dich unbedingt von einem unabhängigen Experten beraten.
Deine Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein lebendiges Dokument, das mit dir wachsen und sich verändern sollte. Nimm dir regelmäßig Zeit, sie zu überprüfen – am besten einmal im Jahr und bei jedem größeren Lebensereignis. Es ist dein finanzielles Rückgrat, sollte es dich einmal aus der Bahn werfen.
FAQs
Wie kann ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung nachträglich anpassen?
Du kannst deine Berufsunfähigkeitsversicherung nachträglich anpassen, indem du dich direkt an deinen Versicherungsanbieter wendest. Oftmals kannst du Änderungen telefonisch, online oder durch einen persönlichen Termin vornehmen. Es ist wichtig, alle notwendigen Unterlagen bereitzuhalten und deine aktuellen Bedürfnisse klar zu kommunizieren.
Welche Gründe könnten für eine Anpassung meiner Versicherung sprechen?
Es gibt verschiedene Gründe, warum du deine Berufsunfähigkeitsversicherung anpassen möchtest. Dazu gehören Veränderungen in deinem Beruf, eine Erhöhung deines Einkommens, eine Änderung deiner Lebenssituation (z.B. Heirat oder Kinder) oder das Bedürfnis nach einem höheren Versicherungsschutz. Diese Faktoren können deine Absicherung beeinflussen.
Kann ich die Höhe der Versicherungssumme ändern?
Ja, du kannst in der Regel die Höhe der Versicherungssumme ändern. Dies hängt jedoch von den Bedingungen deines Versicherungsvertrags ab. Es kann sein, dass du eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen musst, wenn du die Versicherungssumme erheblich erhöhen möchtest.
Wie oft sollte ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung überprüfen?
Es ist ratsam, deine Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens alle paar Jahre oder bei wesentlichen Lebensänderungen zu überprüfen. So stellst du sicher, dass der Versicherungsschutz weiterhin zu deiner aktuellen Lebenssituation und deinen finanziellen Bedürfnissen passt.
Was passiert, wenn ich meine Versicherung nicht anpasse?
Wenn du deine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht anpasst, riskierst du, im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht ausreichend abgesichert zu sein. Deine finanzielle Situation könnte sich verschlechtern, wenn der Versicherungsschutz nicht mehr deinen aktuellen Bedürfnissen entspricht. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu überprüfen, ob Anpassungen notwendig sind.